Psychiatrie und Klima

<a href="https://www.flickr.com/photos/158892801@N04/32915387758">"Schulstreik 18.01."</a><span>by <a href="https://www.flickr.com/photos/158892801@N04">Leon-Enrique</a></span> is licensed under <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/?ref=ccsearch&atype=html" style="margin-right: 5px;">CC BY-NC-ND 2.0</a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/?ref=ccsearch&atype=html">

"Schulstreik 18.01."by Leon-Enrique is licensed under CC BY-NC-ND 2.0

Psychiatrie, oder wie gesund ist meine Denkweise?

Unser Denken beeinflusst unsere Kommunikation und unser Handeln in der Gesellschaft. Es gibt sehr viele Verhaltensmuster, die auf Denkweisen beruhen, die nicht nachhaltig sind und uns selbst und anderen immensen Schaden zufügen. Hier soll angesprochen und ausgesprochen werden, wie ich gesund denken, wie ich gesund handeln und wie ich gesund kommunizieren kann.

Der Zwang zu denken, kommunikation und zum handeln

Wenn wir miteinander in einer Gesellschaft, in einer Familie oder einer Gruppe leben, sind wir aufeinander angewiesen, wir müssen miteinander kommunizieren, - wir können gar nicht anders als miteinander zu kommunizieren (frei nach Watzlawick1). Genauso wie wir nicht anders können, als zu kommunizieren, können wir in dieser Welt nicht anders, als zu handeln, handeln im Sinne von agieren, tun oder machen, aber auch handeln in der Bedeutung des Austauschs von Waren oder Dienstleistungen. Das bedeutet in jedem Falle, dass wir in Beziehung gehen und Einfluss nehmen auf andere, sowie von anderen beeinflusst werden.

Wir können vorübergehend ein Kommunikationsangebot, oder eine Kontaktaufnahme ablehnen, allerdings führen eine ständige Verweigerung von Kontakt, oder nicht nicht ausgewogene Formen des Kontakts, zu Unterbrechungen von Beziehungen.

Analog dazu können wir nicht überleben, wenn wir anderen nur Dinge wegnehmen, ohne als Ausgleich etwas zurückzugeben. Dieses Verhalten wird dann als dissozial in keiner mir bekannten Gesellschaft dauerhaft toleriert, oder führt zumindest zu einer Deprivation, es lässt sich auf kürzere, oder längere Zeit nur mit Gewalt durchsetzen, und führt im großen, gesellschaftlichen Rahmen zu Diktatur, Raub, Mord und Kriegen.

In der Beziehung zu Kindern beispielsweise kann die Deprivation von adäquatem Kontakt zu einer Bindungsstörung führen. Das bedeutet, dass ein Kind, dessen Lächeln in den ersten Lebensmonaten nicht beantwortet wird, eine seelische Verarmung erfährt, die im späteren Leben schwerwiegende Folgen hat, die, - wenn überhaupt -, nur schwer wieder gutzumachen sind. Hier ist eine frühe Förderung und Beziehungsaufnahme oder Ersatzbeziehung sehr wichtig, Beispiele hiervon sind die von den Untersuchungen bei rumänischen Heimkindern2. Bei Kindern oder Erwachsenen mit einer solchen Erfahrung liegt eine Störung in der frühen Kindheit vor, deren Auswirkungen teilweise aber sogar über Generationengrenzen hinweg spürbar sind. Es können also auch die Kinder und Enkel von Menschen mit sehr prägenden Erfahrungen (worunter auch Kriegstraumata oder Misshandlung zählen), noch krankhafte Veränderungen in ihrem Denken und Verhalten zeigen.

Wenn wir miteinander umgehen, wirken also sehr frühe Erfahrungen, - die wir gar nicht beeinflussen konnten- , in unserem Handeln. Dies ist zwar für Erkrankungen schon erforscht und wird in der Psychotherapie genutzt um eine Verringerung des Leids zu erwirken, nur sind auch andere prägende Erfahrungen (also solche die nicht zu offensichtlich krankhaftem Verhalten führen) für uns oft nicht offensichtlich und wir handeln aus tiefen Überzeugungen heraus, die aus solchen "ererbten" oder in der frühen Kindheit erworbenen Mustern und die uns, unseren Familien, unserer Gesellschaft und der gesamten Menschheit zumindest langfristig schaden können.

Von der Erfahrung zur Erkenntnis

Es liegt in der Erkenntnis von diesen Zusammenhängen ein erster Schritt zur Besserung der Situation. Wir müssen also bestimmte Basiskenntnisse im Leben erwerben, sonst kommen wir nicht zurecht mit anderen, oder andere kommen nicht zurecht mit uns. Wir erfahren dann Ablehnung, Strafen, Ächtung, möglicherweise Gewalt und so weiter, wenn wir uns oder andere sich nicht an die Spielregeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens halten.

Diese Gewalt und der Bezug zu unserem eigenen Handeln, kann uns das Leid, das wir verursachen, auch spürbar machen (Bestrafungsprinzip). Das heißt, dass wir Gewalt erfahren und dann daraufhin erkennen, dass etwas was wir getan haben nicht "gut" war. Das Beispiel von einem Streit, in den zwei Kinder geraten ist vielleicht eindrücklich, das erste Kind nimmt dem anderen ein "Recht" oder vermeintiches Recht, woraufhin das zweite Kind mit Beleidigung oder Gewalt reagiert, "bis einer heult!", dann kommt vielleicht noch ein Elternteil dazu und sieht, wie das eine dem anderen wehtut und haut auf das Kind was es als den Täter in der Situation sieht. Hier entsteht ein Eindruck bei dem Kind was von dem Elternteil geschlagen wurde, und dieses Kind wird wahrscheinlich versuchen zu vermeiden wieder in die gleiche Situation zu kommen, aber ohne verstanden zu haben was genau passiert ist. Diese Art von Geschwisterstreit trifft dann häufig die "älteren", weil diese als mächtigere Partner bei der Ausübung von Gewalt als ungerecht angesehen werden. Es wird selten dazu führen, dass sich die Kinder nun besser vertragen, weil sie erst einmal nicht verstehen, was eigentlich passiert ist.

Das ist keineswegs "gut", vor allem wissen wir mittlerweile in der Psychotraumatologie, dass Gewalt, egal ob sie als "Strafe" für Fehlverhalten impulsiv oder "reaktiv" angewandt wird, oder "überlegt" (das englische "deliberately" ist meiner Ansicht nach hier ein besserer Ausdruck als ein deutscher den ich finde3) Schaden anrichtet, und weiter zu Gewalt führt. Warum führt es zu weiterer Gewalt? Weil Gewalt zu Abwehr führt, und Abwehr in einem Erkenntnisprozess führt zu einem Mangel an Erkenntnisgewinn. Wir erreichen in einer solchen Situation, wenn wir ungerechtes Verhalten mit Gewalt vergelten, oder ihm mit der Ausübung von Zwang oder Macht begegnen nur eine scheinbare Befriedigung, in Wirklichkeit aber eine Abwehr gegen diese Maßnahme, und eine Abwehr vom Erkennen.

Abwehr von Erkenntnis

Wir Menschen haben ein sehr stabiles Verteidigungssystem in uns aufgebaut, was unsere Identität vor einem Verlust schützen soll. Unsere Identität ist dabei sehr stark an unser Denken an unserer Wahrnehmung unseres Körpers und unserer Verhaltensmuster gebunden, in der Regel verteidigen wir uns vor jeder Form der Veränderung und versuchen das zu bewahren, was wir haben, wir erhalten Situationen, die uns gut tun, oder uns schaden, weil wir diese kennen. Das führt dazu, dass Opfer von Gewalt häufig wieder Gewalt erleben, Mädchen sich oft Partner suchen, die ihrem Vater ähneln, Jungen sich Partnerinnen suchen, die ihrer Mutter ähneln, und sich häufig so verhalten wie ihre Mütter beziehungsweise Väter.

Wenn etwas diese Situation stört, dann lehnen wir Menschen das Störende häufig ab, "der Bauer frisst nur, was er kennt", "gleich und gleich gesellt sich gern" oder andere Sprichworte illustrieren das ganz gut.

Wenn ich ein Raucher bin, dann lehne ich Argumente eher ab, die dieser Sucht widersprechen, und ich finde scheinbare Beweise dafür, dass das Rauchen doch nicht so schädlich ist, zum Beispiel, dass es entspannt. Oder als Weinkonsument zitiere ich Studien, die geringe Mengen von Rotwein als gesundheitsförderlich preisen, um größere Mengen Wein, Bier oder Schnaps mit gutem Gewissen weiter konsumieren zu können. Autofahrer finden Gründe um das Autofahren zu rechtfertigen, trotz drohendem Klimakollaps, Fahrradfahrer rechtfertigen das Ignorieren von roten Ampeln mit Aussagen, die für sie selbst schlüssig erscheinen.

Ich möchte mich als Autor dieses Textes in keiner Weise davon ausnehmen, diese Dinge wirken bei mir ganz genau so ebenfalls.

Wir brauchen also Kenntnis von diesen abwehrenden Denkweisen, von den Abwehrmechanismen, die uns hindern unser Verhalten zu ändern. Und ich habe keine Ahnung wie das gehen soll, außer indem ich es ohne Gewalt versuche. In der tiefenpsychologisch fundierten oder psychoanalytischen Psychotherapie nennen wir das die Arbeit "entlang der Abwehr". Ein geschickter Verkäufer wird genauso entlang der Abwehr arbeiten, indem er den prospektiven Käufer immer dort wo er noch "Ja" sagen kann. Sobald die Abwehrmechanismen hochgefahren sind, sobald ein Kunde anfängt "Nein" zu sagen, oder zu denken, verliert er seinen Abnehmer wahrscheinlich. Ein Boxer wie Muhammad Ali wandte auch dieses Prinzip an, er nannte es in einem seiner berühmtesten Zitate: "Float like a butterfly sting like a bee"4 Sein t#nzelnder leichter Schritt war berühmt und berüchtigt und umging die Abwehr. Andere Beispiele für Anwendungen dieses Prinzips der Umgehung oder dem "arbeiten entlang" einer Abwehr finden sich in vielen Bereichen der Geschichte.

Wenn nun aber die "Abwehr" hochgefahren ist, gegen die Erkenntnis der Realität, dann ist meine Denkweise nicht gesund, dann gelange ich mit meiner Kommunikation und meinem Handeln in eine ungesunde Richtung.

Woran kann ich aber erkennen, dass meine Denkweise nicht gesund ist?

Wir können sehr viele Teile unseres Lebens beeinflussen, wenn wir wissen wo wir ansetzen müssen. Einerseits können wir durch Technologie jeden Lebensraum der Erde für menschliches Leben erschließen, andererseits in widrigsten Umständen zufrieden sein und uns wohl fühlen, und drittens können wir als Menschen im Idealfall einen Ort verlassen und dorthin umsiedeln wo es für uns besser zum Leben geeignet ist.

Wir könnten schlussfolgern, unsere Denkweise sei dann gesund, wenn wir zufrieden und glücklich sind an dem Ort an dem wir leben. Wenn dies nicht zuträfe, müssten wir die Umstände uns anpassen, und falls dies nicht möglich ist, eben migrieren.

Nun ist diese Sichtweise einseitig, kurzsichtig und erfasst nicht den Aspekt der Nachhaltigkeit, vielmehr brauchen wir meiner Ansicht nach eine Möglichkeit, zu erfassen wie unsere Denkweise nicht nur momentan, auf diesen Ort begrenzt und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln Glück ermöglicht, sondern dies auch gleichzeitig für andere Menschen beziehungsweise für alle anderen Menschen ermöglicht. Nachhaltiges Verhalten sollte es allen Menschen der Welt ermöglichen, an ihrem derzeitigen Lebensraum dauerhaft zufrieden und gut leben zu können.

So sollte also mein Denken all das auch umfassen, was in der Welt geschieht. Zum Glück haben wir dazu Informationen.

Messmethoden wie die CO2-Bilanz56 zeigen, dass regionale und saisonale "tierarme" Produkte aus Ökolandbau deutlich weniger CO2intensiv sind, als global im Flugzeug transportiertes Fleisch aus dem brandgerodeten Amazonasgebiet. Das ist keine hohe Wissenschaft, dazu brauche ich nicht einmal dieses "Werkzeug" CO2-Bilanz, das ist leicht durch einfaches Nachdenken verständlich. Ich brauche dennoch die Information, ich muss wissen, woher das kommt, was ich konsumiere.

Gleiches gilt auch für Fair gehandelte Baumwollkleidung versus Textilien aus Sklavenhaltungsähnlichen Produktionsstätten7, Erdöl und die Automobilindustrie. Solange ich diese Dinge schönrede oder nicht aktiv dagegen handele, und auch nicht bewusst dagegen andenke, unterstütze ich sie.

Es ist dafür sicher sinnvoll die Information zu erfassen, indem ein CO2-Fußabdruck auf unseren Gütern abgedruckt wird, oder bei negativem Abdruck, dieser kenntlich gemacht wird.

Wem bewusst wird, dass ein Apfel aus Argentinien nach Deutschland transportiert wurde, kann auf diesen Verzichten, oder vergleichen, ob er stattdessen den aus Deutschland kauft, der im Juni aber dann möglicherweise 9-10 Monate im Kühlhaus verbracht hat. Er kann sich dann aber auch für die frischen Erdbeeren entscheiden

Wir können etwas tun: Wir können uns bewusst machen, was wir tun.

Dafür müssen wir dankbar sein, denn wir haben diese Fähigkeit und Möglichkeit, und wir haben auch die Möglichkeit dementsprechend zu kommunizieren und zu handeln.

Allerdings sind wir dazu sehr spät dran, bis aus dem Wissen ein Bewusstsein wird, also ein Bewusstseinswandel geschieht, und aus diesem heraus ein Wandel der Kommunikation und des Handelns, vergeht viel Zeit, Zeit die wir nicht haben, deshalb ist es an der Zeit, dass wir nicht nur bewusst werden, sondern darüber sprechen, und danach handeln. Zum Schutz unserer Kultur und unserer Menschlichkeit und Menschheit.

Es gibt dazu in der islamischen Moralethik eine Überlieferung die eben genau so heißt:

“Wer von euch etwas Schlechtes sieht, der soll es mit (der Kraft) seiner Hand ändern, und wenn er das nicht vermag, dann mit (den Worten) seiner Zunge, und wenn er (auch) das nicht vermag, dann mit (dem Wunsch) seines Herzens, und dies ist das Schwächste an Glauben.” 8

Therapie zur Änderung des Denkens

[aus einer Diskussion um einen Artikel auf Perspective Daily 9, da die Diskussion nur für Mitglieder zugänglich ist, ist hier der Beitrag, ohne Namen von anderen Diskutanten eingefügt]

Allerdings hält mich seit vor der Beschäftigung mit der Medizin, - in der Akupunkturforschung -, das Thema beschäftigt, was ich jetzt auch kritisiere an vielen Bereichen der Heilkunde, - eine mangelnde Ganzheitlichkeit.

Wenn [...] die Einbettung der Person in seine Geschichte, in seine Familie, seine Vergangenheit und seine Gegenwart nicht geschieht, sondern Symptome wegtherapiert, oder gar wegoperiert werden, ist das für mich nicht ganzheitlich. Wenn die Achtsamkeit, genau wie die Psychotherapie als Teil der Selbstoptimierungsmasche funktioniert, in der wir Menschen dazu bringen sollen, in einem kranken oder krankmachenden System zu besseren Leistungen zu bringen, damit der Mensch kein Sand im Getriebe ist, dann geht das schief.

Ich denke, das ist es was Rosa in seinem Artikel meint (https://ethik-heute.org/achtsamkeit-loest-unsere-probleme-nicht/) gleichzeitig bin ich als Arzt, oder Therapeut verpflichtet, das Leid zu lindern, wobei ich eben nicht nur verstehe, dass dies das akute Leid ist, sondern eben auch das gesellschaftliche, chronische, auch mein eigenes Leid.

Achtsamkeit wird auch häufig aus der Sicht der (kognitiven) Verhaltenstherapie als Methode angewandt, und dann als MBSR (Mindfulness based Stress Reduction) MBCT, DBT / DBT-A, ACT oder ABSR (moderne Medizin liebt diese wunderbar effizienten Abkürzungen) "verkauft". Die Annahme, dies sei eine Methode, die abgekoppelt von der ethischen Einstellung des Praktizierenden durchgeführt werden könne, ohne weiteren Schaden, und weiteres Leid zu verursachen ist meiner Ansicht nach gefährlich. Wenn Firmen Achtsamkeit einführen, um den Unternehmenserfolg zu steigern, ist das meiner Ansicht nach genauso, wie wenn ich eine traumatisierte vergewaltigte Person therapeutisch behandle, ohne ihr Schutz vor weiterer Gewalt zu gewähren. Das funktioniert oberflächlich und erhält damit Diktaturen und verbrecherische Regimes wie in China, menschenverachtende Systeme wie die Ölindustrie, Waffenlobby oder derzeitige Automobilindustrie und ihre Verflechtungen mit der Politik.

Ohne einen ethischen Grundrahmen, in den wir uns eingebettet verstehen, ist Achtsamkeit vielleicht gegen Grübelei wirksam, aber zum Schaden der Gesellschaft.

Gut wäre dann zu verstehen, dass meine Grübelei hier beispielsweise entstand, weil ich als Mensch im derzeitigen System gegen alle anerzogenen oder vielleicht auch intrinsischen Wertesysteme angehe und einen Ausweg suchen muss, den ich vertreten kann. Wir fühlen uns in Zwängen eingebunden die keine tatsächlichen sind, wenn wir glauben, dass dieses eigene irdische Leben das einzige ist, was wichtig ist.

Solange ich materialistisch denke, also im Rahmen von Effizienz, Leistung und Ergebnis orientiert bin, und nicht spirituell oder nachhaltig am Wohl der gesamten Menschheit, solange wird meine Erfahrung auch in der Achtsamkeit limitiert auf diese Normen bleiben.

[soweit die Diskussion in Perspective Daily]

Viele Menschen erkennen das, so zum Beispiel auch der Gründer der MBSR, Jon Kabat Zinn als Jude geboren, dann jedoch in der buddhistischen Tradition unterrichtet, hat sicherlich die eigenen ethischen Grundlagen mit aufgenommen, lehrte sie jedoch anfangs nicht, sondern konzentrierte sich auf die wissenschaftliche Methodik der Vermittlung, was sich jedoch wohl auch in den letzten Jahren um die Ergänzung einer Ethik erweitert hat. Er folgt hierin dem Dalai Lama, der ausgehend von einer buddhistischen Praxis die wissenschaftliche Methodik mit einer säkularen Ethik ergänzen möchte.

Veränderung ist real

Wir leben in einem Klima von Veränderung, dies ist sowohl wortwörtlich, als auch in übertragenem Sinne zu verstehen, das Klima ändert sich weltweit, Nachrichten wie die von Greta Thunberg in Kattowitz 10 oder die vielen, die über das online Medium Perspective Daily verschickt werden, zu Kunststoffen 11, Klimapolitik mit CO2 - Zertifikaten 12, die Möglichkeiten von Städten sich für den Erhalt der menschlichen Spezies einzusetzen13 14, aber auch die Rolle des Feminismus in der Durchsetzung von Klimazielen15 sind Zeugnis davon.

An vielen Stellen klingen Themen wie Gewissen 16, Entscheidungsfähigkeit 17, Hoffnung auf ein besseres Leben18 und Emotionen mit an, was mir zeigt, dass hier tatsächlich Veränderung stattfindet.

Es gibt junge Menschen, die erkennen, dass es ernst ist mit der Zukunft, es entsteht Hoffnungslosigkeit bei Ihnen, weil wir mit Flugreisen, großen Immobilien und großen Autos längst über den Verhältnissen leben, die für die Menschheit nachhaltig sind.

Ja, aber wie können wir krankmachendes Verhalten ändern?

Aktivismus, Handeln

Während manche eine krasse Konfrontation für sinnvoll erachten19, sogar eine Revolution und Diktatur für den Klimaschutz in Erwägung ziehen20, weil der Staat und die Politik versagen, bauen andere schon seit langem auf Apelle an die Polititk.

Handeln braucht Aktivität, wir können irgendeinen Bereicht vornehmen, der Änderung braucht, und wir können einfach anfangen zu Handeln, mit Gütern oder durch Interaktion mit anderen, zum Beispiel wie es Mahatma Ghandi mit seinem Salzmarsch21 getan hat, (siehe auch Satyagraha22) Modernere Beispiele vom Handeln könnten zum Beispiel ein aktiver Veganismus, die Freitagsstreiks23, ein Wandel in der Unternehmensführung242526.

Apelle, Aussprache

So wiesen zum Beispiel Greta Thunberg27, aber auch schon Severn Suzuki 28 Politiker darauf hin, dass die Zeit zum Handeln gekommen sei, und das Reden der Politiker oftmals leere Versprechungen sind, die entgegen der tatsächlichen Praxis, in der klimaschädliche Verhaltensweisen durch den Staat oft subventioniert werden29

Ablehnung, innerer Widerstand

Es gibt sehr viele Menschen, die weder offen aussprechen, noch aktiv handeln, jedoch in ihrem Inneren eine Haltung einzunehmen beginnen. Diese Haltung kann sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in offene Bekenntnis, Appelle oder Aussprache und aktive Handlungen wandeln. Die Befürchtungen können sein, dass es ein Chaos geben wird, wenn man ohne einen Plan seine Haltung und Gedanken in Handlungen umsetzt, wenn jedoch nicht geplant wird, wie die Handlung vonstatten gehen soll, weil die innere Haltung noch nicht bewusst wahrgenommen wird oder abgewehrt und ignoriert wird, bietet dies die beste Voraussetzung für eine chaotische Entwicklung und Problem.

Beispiele könnten sein, dass wir eine Steuererklärung verzögern und weiter verzögern, da wir eine innere Haltung haben, dass wir eigentlich keine Steuern zahlen sollten. Versuchen wir nun kurz vor der letzten Abgabefrist die notwendigen Unterlagen zusammenzusuchen, finden wir nicht alles, und wir zahlen in der Tat mehr Steuern als wir müssten, lehnen wir es ab uns für die Prüfung in einem Fach vorzubereiten, obwohl wir genau wissen, dass die Prüfung näher rückt, kommen wir kurz vorher in Bedrängnis, weil wir nicht geplant haben, was wir wann lernen sollen. Haben wir Angst vor dem Sterben, werden wir keine Vorsorgevollmacht, kein Testament, keine Patientenverfügung, keine Beerdigungswünsche etc äußern, obwohl wir mit unserer Geburt schon den Tod in uns tragen als unausweichliches Ereignis.

Erster Schritt

Das einnehmen einer ethischen Position

Sobald wir erkennen, dass eine Änderung unseres Verhaltens notwendig sein könnte, hilft es uns, wenn wir eine ethische Position bewusst wählen, und diese dann einnehmen, das kann ein jahrelanger Prozess sein, braucht also stetige weitere Beschäftigung.

Eine ethische Position kann aber auch einfach aus unserer "angeboreren" Einstellung stammen. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmt Formen der Moralethik bereits sehr früh in uns bestehen, ob dies aber angeboren ist und genetisch verankert ist schwer zu beantworten, jedoch für die Betrachtung hier unerheblich in der Regel können wir innerhalb Sekundenbruchteilen entscheiden, was moralisch korrekt ist. Eine ethisch Grundhaltung meint jedoch nicht das genau, sondern es ist eine Erweiterung dessen auf der einen Seite, zum Beispiel können Kinder schnell erkennen, wenn jemand Hilfe braucht, jedoch erfordert es Erfahrung und Reife um die Hilfe auch korrekt anzubieten. Wenn ein Autofahrer beispielsweise stundenlang mit laufendem Motor auf der Straße steht (um sein Smartphone aufzuladen, oder das Auto abzukühlen per Klimaanlage, oder Musik zu hören etc.) dann erscheint es vielen Menschen als eine Verschwendung von Ressourcen und es trifft dieses Verhalten in der heutigen Zeit auf ein Bewusstsein, dass dieses Verhalten moralisch falsch ist.

Zweiter Schritt

Das Abwägen

Trifft in unserer Wahrnehmung ein Fehlverhalten auf eine widersprüchliche moralische Vorstellung entsteht ein Impuls und eine Emotion

3031 Während der Impuls uns nun,- auch aus der Natur eines Impulses, wütend, oder irrational handeln lässt (Ich schreie einen Autofahrer an, dass er seinen Motor ausschalten soll, steige aber kurze Zeit in mein eigenes Dieselfahrzeug um einen kurzen Ausflug zu machen, - zum Spaß, oder ich beschwere mich über Fluglärm und CO2 Belastung durch Kerosin, fordere eine CO2 Abgabe und Einpreisung der Folgekosten in das Flugticket, nehme aber den Billigflieger zum nächsten Urlaub.)

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