Psychiatrie und Psychologie

Gespeichert von dgermer am So., 06.01.2019 - 13:22
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Psychiatrie vs Psychologie

Was ist das eigentlich der Unterschied zwischen Psychiatrie und Psychologie?
Die Psychiatrie (im Deutschen auch Seelenheilkunde) ist die medizinische Fachdisziplin, die sich mit der Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen beschäftigt. Sie hat sich als eigenständige Disziplin aus der Nervenheilkunde entwickelt, die früher auch das Gebiet der heutigen Neurologie abdeckte. (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Psychiatrie)
Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. Ihr Ziel ist es, menschliches Erleben und Verhalten, deren Entwicklung im Laufe des Lebens sowie alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen oder Bedingungen zu beschreiben und erklären. (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie)

Psychologe vs Psychiater

Psychologe ist die Berufsbezeichnung von Personen, die das Studium der Psychologie an einer Hochschule [...] Für die Tätigkeit als Psychologischer Psychotherapeut ist nach dem Abschluss des universitären Diplom-/Masterstudiums eine zusätzliche mehrjährige Weiterbildung notwendig. [...] Psychologen sind in sehr vielen verschiedenen Anwendungsfeldern (Gesundheitswesen, Bildungswesen, Wirtschaft, Forschung und Entwicklung, Rechtswesen, Verkehrswesen, Verwaltung etc.) tätig. (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologe)
Psychiater (aus griechisch ψυχή psychē „Seele, Leben“ und ἰατρός iatros „Arzt“) ist ein Arzt mit psychiatrischer und psychotherapeutischer Facharztausbildung. Als solcher beschäftigt er sich mit der medizinischen Diagnose, Behandlung und Erforschung von psychischen Störungen. (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Psychiater)

Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychiater

Da der Autor dieser Seite Kinder- und Jugendpsychiater in Ausbildung ist, ein kurzer Abriss, der generellen Ausbildung hierzu: Im vorklinischen Studium gibt es das Fach Anatomie, Biochemie, Physiologie und medizinische Psychologie (siehe: http://www.um-mainz.de/rfl/studium-lehre/studiengang-medizin/gliederung-medizinstudium.html) danach folgen im klinischen Abschnitt des Studiums Neurologie, Psychosomatik und Psychiatrie, außerdem Innere Medizin mit Endokrinologie Kardiologie und Gastroenterologie, Chirurgie inklusive Allgemeinchirurgie und Orthopädie, Humangenetik, Sozialmedizin, Theorie, Ethik und Geschichte der Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, nur um einige der für eine umfassende psychiatrische Diagnostik relevanten Fächer zu nennen. Wenn ein Kind mit Bauchschmerzen kommt, muss das Wissen von jedem der oben genannten Fächer im Kontext gesehen werden, um weder eine akute Appendizitis (Chirurgische Notfallindikation) noch eine Purpura Schönlein Henoch (Innere Medizin) noch eine Gastroenteritis (Mikrobiologie) noch eine Kindesmisshandlung (Kinder- und Jugendmedizin, Rechtsmedizin) oder eine Vergiftung (Toxikologie und Pharmakologie) zu übersehen und einer dann folgenden Behandlung zuzuführen. Eine Kinder- und Jugendpsychiaterin ist somit ein idealer erster Anlaufpunkt für junge Patienten, weil sie auch die notwendige Zeit mitbringt, gründlich zu fragen.

Psychiatrie und Gesellschaft

Die Seelische Gesundheit ist ein komplexes Gebiet und erfordert umfassende Kenntnisse der biologischen Grundlagen des Lebens, der sozialen Beziehung zwischen den Menschen und der psychologischen Entwicklung und dem Denken. Es ist falsch zu denken, dass man alleine durch Gespräche oder Übungen, alleine durch Medikamente, oder alleine durch gesellschaftliche Änderungen zu einer kompletten umfassenden Heilung kommen kann.

Es ist kritisch, wenn wir traumatisierten Menschen lediglich eine Psychotherapie anbieten, aber nicht für eine Gesellschaft sorgen die Gewalt vermindert oder beseitigt und für die Sicherheit sorgen vor erneuter Traumatisierung. Es ist nicht ausreichend, wenn wir einem Kind ein Medikament gegen ADHS verordnen, aber den Eltern nicht vermitteln können wie sie mit ihrem Kind besser in Beziehung gehen können, und es ist ungenügend Depressionen durch Medikamente und Therapie zu behandeln, ohne den Menschen in der Gesellschaft Raum und Anerkennung zu geben.

Zusammenfassung

Die Verwechslung zwischen den zwei Gebieten ist häufig, deshalb in Kürze: Psychiater haben in jedem Fall Medizin studiert und sind approbiert, Psychologen haben in jedem Fall Psychologie studiert und müssen für ihre Tätigkeit eine Approbation nach einer Ausbildung erwerben. Es gibt außerdem noch den psychotherapeutischen Heilpraktiker, der weder ein Studium, noch eine Approbation hat, und lediglich die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Er hat nicht notwendigerweise eine anerkannte Ausbildung. Auf der Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Psychiater stehen auch Unterscheidungsmerkmale zwischen Psychiater und Psychotherapeut und Psychologe (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Psychiater#Unterschied_Psychiater_%E2%80%93_Psychotherapeut_%E2%80%93_Psychologe)

Festzuhalten ist, dass bei weitem nicht alle Psychologen im Gesundheitswesen arbeiten, sondern wahrscheinlich eine Mehrzahl andere Tätigkeiten in der Wirtschaft ausführt. Auf der anderen Seite verordnen nicht alle Psychiater nur Medikamente, es gibt einige psychiatrische Psychotherapeuten, die ausschließlich Psychotherapie anbieten.

Zum weiterbilden

Auch zum hören im Podcast: https://cdn.podigee.com/media/podcast_5216_ratsel_des_unbewussten_episode_9_folge_9_psycho_was_die_vier_p_s_psychiater_psychologe_psychotherapeut_psychoanaly.mp3?v=1538081849&source=feed
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