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Psychiatrie und Klima

ENTWURF

Ich bitte um Kritik und Input hierzu (letzte Änderung 2019-02-11 22:53h)

Psychiatrie, oder wie gesund ist meine Denkweise?

Unser Denken beeinflusst unsere Kommunikation und unser Handeln in der Gesellschaft. Es gibt sehr viele Verhaltensmuster, die auf Denkweisen beruhen, die nicht nachhaltig sind und uns selbst und anderen immensen Schaden zufügen. Hier soll angesprochen werden, wie ich gesund denken, wie ich gesund handeln und wie ich gesund kommunizieren kann.

Wenn wir miteinander in einer Gesellschaft, in einer Familie oder einer Gruppe leben, sind wir aufeinander angewiesen, wir müssen miteinander kommunizieren, - wir können gar nicht anders als miteinander zu kommunizieren (frei nach Watzlawick1). Genauso wie wir nicht anders können, als zu kommunizieren, können wir in dieser Welt nicht anders, als zu handeln, handeln im Sinne von agieren, tun oder machen, aber auch handeln in der Bedeutung des Austauschs von Waren oder Dienstleistungen. Das bedeutet in jedem Falle, dass wir in Beziehung gehen und Einfluss nehmen auf andere, sowie von anderen beeinflusst werden.

Wir können vorübergehend ein Kommunikationsangebot, oder eine Kontaktaufnahme ablehnen, allerdings führen eine ständige Verweigerung von Kontakt, oder nicht nicht ausgewogene Formen des Kontakts, zu Unterbrechungen von Beziehungen.

Analog dazu können wir nicht überleben, wenn wir anderen nur Dinge wegnehmen, ohne als Ausgleich etwas zurückzugeben. Dieses Verhalten wird dann als dissozial in keiner mir bekannten Gesellschaft dauerhaft toleriert, oder führt zumindest zu einer Deprivation, es lässt sich auf kürzere, oder längere Zeit nur mit Gewalt durchsetzen, und führt im großen, gesellschaftlichen Rahmen zu Diktatur, Raub, Mord und Kriegen.

In der Beziehung zu Kindern beispielsweise kann die Deprivation von adäquatem Kontakt zu einer Bindungsstörung führen. Das bedeutet, dass ein Kind, dessen Lächeln in den ersten Lebensmonaten nicht beantwortet wird, eine seelische Verarmung erfährt, die im späteren Leben schwerwiegende Folgen hat, die, - wenn überhaupt -, nur schwer wieder gutzumachen sind. Hier ist eine frühe Förderung und Beziehungsaufnahme oder Ersatzbeziehung sehr wichtig, Beispiele hiervon sind die von den Untersuchungen bei rumänischen Heimkindern2. Bei Kindern oder Erwachsenen mit einer solchen Erfahrung liegt eine Störung in der frühen Kindheit vor, deren Auswirkungen teilweise aber sogar über Generationengrenzen hinweg spürbar sind. Es können also auch die Kinder und Enkel von Menschen mit sehr prägenden Erfahrungen (worunter auch Kriegstraumata oder Misshandlung zählen), noch krankhafte Veränderungen in ihrem Denken und Verhalten zeigen.

Wenn wir miteinander umgehen, wirken also sehr frühe Erfahrungen, - die wir gar nicht beeinflussen konnten- , in unserem Handeln. Dies ist zwar für Erkrankungen gut erforscht und wird in der Psychotherapie genutzt um eine Verringerung des Leids zu erwirken, nur sind auch andere prägende Erfahrungen (also solche die nicht zu krankhaftem Verhalten führen) für uns oft nicht erkennbar und wir handeln aus tiefen Überzeugungen heraus die uns, unserer Familie, unserer Gesellschaft und der gesamten Menschheit zumindest langfristig schaden.

Abwehr von Erkenntnis

Wir Menschen haben ein sehr stabiles Verteidigungssystem in uns aufgebaut, was unsere Identität vor einem Verlust schützen soll. Unsere Identität ist dabei sehr stark an unser Denken an unserer Wahrnehmung unseres Körpers und unserer Verhaltensmuster gebunden, in der Regel verteidigen wir uns vor jeder Form der Veränderung und versuchen das zu bewahren, was wir haben, wir erhalten Situationen, die uns gut tun, oder uns schaden, weil wir diese kennen. Das führt dazu, dass Opfer von Gewalt häufig wieder Gewalt erleben, Mädchen sich oft Partner suchen, die ihrem Vater ähneln, Jungen sich Partnerinnen suchen, die ihrer Mutter ähneln, und sich häufig so verhalten wie ihre Mütter beziehungsweise Väter.

Wenn etwas diese Situation stört, dann lehnen wir Menschen das Störende häufig ab, "der Bauer frisst nur, was er kennt", "gleich und gleich gesellt sich gern" oder andere Sprichworte illustrieren das ganz gut.

Wenn ich ein Raucher bin, dann lehne ich Argumente eher ab, die diesem Verhalten widersprechen, und ich finde scheinbare Beweise dafür, dass das Rauchen doch nicht so schädlich ist, zum Beispiel, dass es entspannt. Oder als Weinkonsument zitiere ich Studien, die geringe Mengen von Rotwein als gesundheitsförderlich preisen, um größere Mengen Wein, Bier oder Schnaps mit gutem Gewissen weiter konsumieren zu können. Autofahrer finden Gründe um das Autofahren zu rechtfertigen, Fahrradfahrer rechtfertigen das Ignorieren von roten Ampeln mit Aussagen, die für sie selbst schlüssig erscheinen.

Ich möchte mich als Autor dieses Textes in keiner Weise davon ausnehmen, diese Dinge wirken bei mir ganz genau so ebenfalls.

Woran kann ich aber erkennen, dass meine Denkweise nicht gesund ist?

Wir können sehr viele Teile unseres Lebens beeinflussen, wenn wir wissen wo wir ansetzen müssen. Einerseits können wir durch Technologie jeden Lebensraum der Erde für menschliches Leben erschließen, andererseits in widrigsten Umständen zufrieden sein und uns wohl fühlen, und drittens können wir als Menschen im Idealfall einen Ort verlassen und umsiedeln wo es für uns besser zum Leben geeignet ist.

Wir könnten schlussfolgern, unsere Denkweise sei dann gesund, wenn wir zufrieden sind und glücklich an dem Ort wo wir leben. Wenn dies nicht zuträfe, müssten wir die Umstände uns anpassen, und falls dies nicht möglich ist, eben migrieren.

Nun ist diese Sichtweise einseitig, kurzsichtig und erfasst nicht den Aspekt der Nachhaltigkeit, vielmehr brauchen wir meiner Ansicht nach eine Möglichkeit, zu erfassen wie unsere Denkweise nicht nur momentan, auf diesen Ort begrenzt und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln Glück ermöglicht, sondern dies auch gleichzeitig für andere Menschen beziehungsweise für alle anderen Menschen ermöglicht. Nachhaltiges Verhalten sollte es allen Menschen der Welt ermöglichen, an ihrem derzeitigen Lebensraum dauerhaft zufrieden und gut leben zu können.

So sollte also mein Denken all das auch umfassen, was in der Welt geschieht, zum Glück haben wir dazu Informationen, Messmethoden wie die CO2-Bilanz34 zeigen, dass regionale und saisonale "tierarme" Produkte aus Ökolandbau deutlich weniger CO2intensiv sind als global im Flugzeug transportiertes Fleisch aus dem brandgerodeten Amazonasgebiet. Das ist keine hohe Wissenschaft, dazu brauche ich nicht einmal dieses "Werkzeug" CO2-Bilanz, das ist leicht durch einfaches Nachdenken verständlich.

Gleiches gilt auch für Fair gehandelte Baumwollkleidung versus Textilien aus Sklavenhaltungsähnlichen Produktionsstätten5, Erdöl und die Automobilindustrie. Solange ich diese Dinge schönrede oder nicht aktiv dagegen handele, und auch nicht bewusst dagegen andenke, unterstütze ich sie.

Es gibt dazu in der islamischen Moralethik eine Überlieferung die eben genau so heißt:

“Wer von euch etwas Schlechtes sieht, der soll es mit (der Kraft) seiner Hand ändern, und wenn er das nicht vermag, dann mit (den Worten) seiner Zunge, und wenn er (auch) das nicht vermag, dann mit (dem Wunsch) seines Herzens, und dies ist das Schwächste an Glauben.” 6

Therapie zur Änderung des Denkens

[aus einer Diskussion um einen Artikel auf Perspective Daily 7, da die Diskussion nur für Mitglieder zugänglich ist, ist hier der Beitrag, ohne Namen von anderen Diskutanten eingefügt]

Allerdings hält mich seit vor der Beschäftigung mit der Medizin, - in der Akupunkturforschung -, das Thema beschäftigt, was ich jetzt auch kritisiere an vielen Bereichen der Heilkunde, - eine mangelnde Ganzheitlichkeit. Wenn[...) die Einbettung der Person in seine Geschichte, in seine Familie, seine Vergangenheit und seine Gegenwart nicht geschieht, sondern Symptome wegtherapiert, oder gar wegoperiert werden, ist das für mich nicht ganzheitlich. Wenn die Achtsamkeit, genau wie die Psychotherapie als Teil der Selbstoptimierungsmasche funktioniert, in der wir Menschen dazu bringen sollen, in einem kranken oder krankmachenden System zu besseren Leistungen zu bringen, damit der Mensch kein Sand im Getriebe ist, dann geht das schief. Ich denke, das ist es was Rosa in seinem Artikel meint (https://ethik-heute.org/achtsamkeit-loest-unsere-probleme-nicht/) gleichzeitig bin ich als Arzt, oder Therapeut verpflichtet, das Leid zu lindern, wobei ich eben nicht nur verstehe, dass dies das akute Leid ist, sondern eben auch das gesellschaftliche, chronische, auch mein eigenes Leid.

Achtsamkeit wird auch häufig aus der Sicht der (kognitiven) Verhaltenstherapie als Methode angewandt, und dann als MBSR (Mindfulness based Stress Reduction) MBCT, DBT / DBT-A, ACT oder ABSR (moderne Medizin liebt diese wunderbar effizienten Abkürzungen) "verkauft". Die Annahme, dies sei eine Methode, die abgekoppelt von der ethischen Einstellung des Praktizierenden durchgeführt werden könne, ohne weiteren Schaden, und weiteres Leid zu verursachen ist meiner Ansicht nach gefährlich. Wenn Firmen Achtsamkeit einführen, um den Unternehmenserfolg zu steigern, ist das meiner Ansicht nach genauso, wie wenn ich eine traumatisierte vergewaltigte Person therapeutisch behandle, ohne ihr Schutz vor weiterer Gewalt zu gewähren. Das funktioniert oberflächlich und erhält damit Diktaturen und verbrecherische Regimes wie in China, menschenverachtende Systeme wie die Ölindustrie, Waffenlobby oder derzeitige Automobilindustrie und ihre Verflechtungen mit der Politik. Ohne einen ethischen Grundrahmen, in den wir uns eingebettet verstehen, ist Achtsamkeit vielleicht gegen Grübelei wirksam, aber zum Schaden der Gesellschaft.

Gut wäre dann zu verstehen, dass meine Grübelei hier beispielsweise entstand, weil ich als Mensch im derzeitigen System gegen alle anerzogenen oder vielleicht auch intrinsischen Wertesysteme angehe und einen Ausweg suchen muss, den ich vertreten kann. Wir fühlen uns in Zwängen eingebunden die keine tatsächlichen sind, wenn wir glauben, dass dieses eigene irdische Leben das einzige ist, was wichtig ist.

Solange ich materialistisch denke, also im Rahmen von Effizienz, Leistung und Ergebnis orientiert bin, und nicht spirituell oder nachhaltig am Wohl der gesamten Menschheit, solange wird meine Erfahrung auch in der Achtsamkeit limitiert auf diese Normen bleiben.

[soweit die Diskussion in Perspective Daily]

Veränderung ist real

Wir leben in einem Klima von Veränderung, dies ist sowohl wortwörtlich, als auch in übertragenem Sinne zu verstehen, das Klima ändert sich weltweit, Nachrichten wie die von Greta Thunberg in Kattowitz 8 oder die vielen, die über das online Medium Perspective Daily verschickt werden, zu Kunststoffen 9, Klimapolitik mit CO2 - Zertifikaten 10, die Möglichkeiten von Städten sich für den Erhalt der menschlichen Spezies einzusetzen11 12, aber auch die Rolle des Feminismus in der Durchsetzung von Klimazielen13 sind Zeugnis davon.

An vielen Stellen klingen Themen wie Gewissen 14, Entscheidungsfähigkeit 15, Hoffnung auf ein besseres Leben16 und Emotionen mit an, was mir zeigt, dass hier tatsächlich Veränderung stattfindet.

Es gibt junge Menschen, die erkennen, dass es ernst ist mit der Zukunft, es entsteht Hoffnungslosigkeit bei Ihnen, weil wir mit Flugreisen, großen Immobilien und großen Autos längst über den Verhältnissen leben, die für die Menschheit nachhaltig sind.

Ja, aber wie können wir krankmachendes Verhalten ändern?

Aktivismus, Handeln

Während manche eine krasse Konfrontation für sinnvoll erachten17, sogar eine Revolution und Diktatur für den Klimaschutz in Erwägung ziehen18, weil der Staat und die Politik versagen, bauen andere schon seit langem auf Apelle an die Polititk.

Handeln braucht Aktivität, wir können irgendeinen Bereicht vornehmen, der Änderung braucht, und wir können einfach anfangen zu Handeln, mit Gütern oder durch Interaktion mit anderen, zum Beispiel wie es Mahatma Ghandi mit seinem Salzmarsch19 getan hat, (siehe auch Satyagraha20) Modernere Beispiele vom Handeln könnten zum Beispiel ein aktiver Veganismus, die Freitagsstreiks21, ein Wandel in der Unternehmensführung222324.

Apelle, Aussprache

So wiesen zum Beispiel Greta Thunberg25, aber auch schon Severn Suzuki 26 Politiker darauf hin, dass die Zeit zum Handeln gekommen sei, und das Reden der Politiker oftmals leere Versprechungen sind, die entgegen der tatsächlichen Praxis, in der klimaschädliche Verhaltensweisen durch den Staat oft subventioniert werden27

Ablehnung, innerer Widerstand

Es gibt sehr viele Menschen, die weder offen aussprechen, noch aktiv handeln, jedoch in ihrem Inneren eine Haltung einzunehmen beginnen. Diese Haltung kann sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in offene Bekenntnis, Appelle oder Aussprache und aktive Handlungen wandeln. Die Befürchtungen können sein, dass es ein Chaos geben wird, wenn man ohne einen Plan seine Haltung und Gedanken in Handlungen umsetzt, wenn jedoch nicht geplant wird, wie die Handlung vonstatten gehen soll, weil die innere Haltung noch nicht bewusst wahrgenommen wird oder abgewehrt und ignoriert wird, bietet dies die beste Voraussetzung für eine chaotische Entwicklung und Problem.

Beispiele könnten sein, dass wir eine Steuererklärung verzögern und weiter verzögern, da wir eine innere Haltung haben, dass wir eigentlich keine Steuern zahlen sollten. Versuchen wir nun kurz vor der letzten Abgabefrist die notwendigen Unterlagen zusammenzusuchen, finden wir nicht alles, und wir zahlen in der Tat mehr Steuern als wir müssten, lehnen wir es ab uns für die Prüfung in einem Fach vorzubereiten, obwohl wir genau wissen, dass die Prüfung näher rückt, kommen wir kurz vorher in Bedrängnis, weil wir nicht geplant haben, was wir wann lernen sollen. Haben wir Angst vor dem Sterben, werden wir keine Vorsorgevollmacht, kein Testament, keine Patientenverfügung, keine Beerdigungswünsche etc äußern, obwohl wir mit unserer Geburt schon den Tod in uns tragen als unausweichliches Ereignis.

Erster Schritt

Das einnehmen einer ethischen Position

Sobald wir erkennen, dass eine Änderung unseres Verhaltens notwendig sein könnte, hilft es uns, wenn wir eine ethische Position bewusst wählen, und diese dann einnehmen, das kann ein jahrelanger Prozess sein, braucht also stetige weitere Beschäftigung.

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