Geschwindigkeit

Bewegung und insbesondere Fortbewegung wird oft darin gemessen, wie schnell diese ist, doch wie in der Quantenphysik eine Unschärfe entsteht, wo die genaue Richtung und Geschwindigkeit im Widerspruch zur Bestimmung der genauen Position stehen (Ort und Impuls) diese Unschärfe ist jedoch im alltäglichen Leben praktisch nicht wahrnehmbar. So kann eine Bewegung des menschlichen Körpers ausreichend genau sowohl in Ort und Impuls gemessen werden.

Dennoch ist Geschwindigkeit auch eine subjektive Wahrnehmung, beispielsweise empfinden wir 60kmh auf einem Fahrrad oder 200kmh in einem Fiat Punto wahrscheinlich als extrem schnell, während 220kmh in einem ICE oder 650kmh einer Boing 747 als nicht schnell empfunden werden.

„Geschwindigkeit ist kein Teil des wahren Weges der Strategie. Geschwindigkeit bedeutet, dass die Dinge schnell oder langsam erscheinen, abhängig davon, ob sie im Gleichgewicht sind oder nicht. Wie der Weg auch heißen möge, ein Meister der Strategie erscheint niemals schnell.“  Miyamoto Musashi (Go Rin No Sho)

In der gesunden Bewegung ist oft eine langsame, ruhige Bewegung sinnvoll, dadurch können präziser einzelne Bewegungsabläufe wahrgenommen werden. In manchen Bewegungen ist die Geschwindigkeit allerdings abhängig von anderen Faktoren, ein Salto kann nicht wirklich langsam durchgeführt werden, sondern benötigt eine hohe Ausgangsgeschwindigkeit.

Auch in der Kampfkunst ist Geschwindigkeit normalerweise positiv besetzt, so zum Beispiel durch das berühmte Zitat:

Ich bin so schnell, dass ich, als ich gestern Nacht im Hotelzimmer den Lichtschalter umlegte, im Bett lag bevor das Licht aus war. -  Muhammad Ali

Allerdings gibt es gerade in der heutigen Zeit den Ruf nach Entschleunigung, dieser reicht von der Kritik an der ständigen Erhöhung der Geschwindigkeit durch Mahatma Gandhi (Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.) bis zu der Feststellung Lessings, dass eben Geschwindigkeit auch eine Richtung benötigt.)

Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt. Gotthold Ephraim Lessing