Gesundheit als Opfer

Gesundheit hängt nicht nur davon ab, wieviel ein Mensch bereit ist, für sie zu opfern.

Sie hängt auch davon ab, wie ein Arzt mit seinen Patienten umgeht, und wieviel er bereit ist dafür zu opfern.

Schließlich ist es unumgänglich, dass die Gesellschaft für die Gesundheit Mittel bereit stellt, also Ressourcen opfen

Opfern ist ein schönes Wort, weil es doch die Herkunft beschreibt mit der wir Menschen unser Schicksal zu beeinflussen versucht haben.

Es waren zuerst nicht nur Pflanzen und Tiere die geopfert wurden, sondern Menschen wurden geopfert, um den ersehnten Regen zu bringen oder die Ernte zu sichern und es wurde dem Schicksal zugesprochen, dass man krank wurde oder mit Behinderungen geboren. Wir leben nun an einem Ort in einer Zeit in der die meisten Menschen glücklicherweise nicht mehr daran glauben, dass Menschenopfer dem Schicksal eine Wendung geben können, die meisten Menschen wissen mittlerweile um Krankheitserreger, Vererbung oder genetische Einflüsse und krankmachendes Verhalten.

Dennoch muss geopfert werden, um Gesundheit zu erreichen. Hier bildet sich das Bewusstsein gerade immer mehr, dass wir mehr Möglichkeiten haben und weniger dem Schicksal unterworfen sind.

Es gibt mehr und mehr Menschen, die verstanden haben, dass sie Einfluss nehmen können auf ihre persönliche Situation. Am einfachsten ist das zu sehen bei der Verbreitung von organisch-biologisch erzeugten Lebensmitteln und der Verbreitung von vegetarischer und veganer Ernährung, aber auch der Aktivität junger Menschen für Klimagerechtigkeit. Es braucht auch hier ein Opfer in Nächstenliebe und Barmherzigkeit gegenüber den Mitmenschen, und eine freundliche Selbstkritik.

Auch in der Gesellschaft, welche sich das Gesundheitssystem scheinbar als einen bezahlbaren und wirtschaftlich arbeitenden Selbstläufer wünscht muss geopfert werden, es muss eine Einstellung des immer-weiter-wachsen zugunsten einer Rückbesinnung auf innere Werte geopfert werden, um jetzt noch zu dem materiellen Wohlstand das Glück zu empfinden was fälschlich im Materialismus gesucht wurde.

Und letztlich gibt es immer mehr Ärzte, die ihre Zeit opfern, um den Menschen zuzuhören und die Gesamtsituation des Menschen in Gesprächen und diagnostischen Untersuchungen erweitert begreifen.